Keine Reue
Dutzend, abermals dutzend Zeiten sind passé.
Die Hälfte winselt, die andere schweigt,
Gelebt ist verlebt, Ich halte mich daran.
Erlebt ist das was zählt!
Nichts möchte ich missen,
Nichts dazudichten.
Auch wenn es mir nicht immer leicht fällt!
Mit strammen Schultern vor den Pforten,
Ich weiß es, ihr wartet nicht,
doch habt ihr es je getan?
Accessoires
Schaut den Schmuck an;
Euch muss so furchtbar langweilig sein!
Mit diesem Zeug wollt ihr euch veredeln?
Ihr merkt nicht, dass ihr euch kastriert und kaschiert.
Kassieren und gewinnen,
So ein Trugbild.
Es ist nicht alles gut, was glänzt.
Wie jetzt?
Sag’ mir ganz ehrlich!
Hast du die Kontrolle verlorn’?
Deine Dorn’ sind lange her,
Den Teufelspakt geschworn’ und verlorn’?
Wie nah ich dir bin und doch so fern,
Schau nach links und wollte sterben,
Schau nach rechts und wollte für ewig leben.
Ich liebe fast alle und verachte so viel,
Es gehört wohl zum Spiel!
Immerdar, so oder so Vermissen im Vergessen.
Leicht und grau
Vom Sand umspült
Reingewaschen und durchwühlt
Geschüttelt und versetzt
Dem Boden entrissen, auf Reise geschickt.
Fortgetrieben und hingesetzt
Schlage Wurzeln, bin vernetzt
Illusion, du reisst mich weg
Hart wie ein Stein ergänze ich dich.
Hart wie ein Stein, mir bleibt keine Wahl
Deine Flut erfrischt und ersetzt
Von Ort zu Ort lasse ich mich treiben
Hart wie Stein,
Frisch gewaschene Fassade.
Sie
Höhen und Tiefen sind schmerzlich
Abtragen und füllen ist ehrlich
Sie sitzen da und dort
Kunst bleibt aus, es ist alles so verständlich.
Inhalt leeren und Leere befüllen
Bei so etwas waren sie immer schwach
Sie freuen sich, wenn die Straße geradeaus führt
Freude ist jedoch mit Tiefe verbunden!
Vor dem Ideal Inhalte zu verwerten scheuen sie sich
Sie würden gerne dazugehören und so tun als ob
Das poetische Lebensgesetz ist ihnen fremd,
Sie verwerten falsch und trennen nicht.
Sie kauen bloß und essen nicht,
Sie schauen bloß und fassen nicht,
Wollen greifen und begreifen nicht,
Höhe und Tiefe, das ist die einzige Pflicht!
Schöne Paare
Wo zur Hölle treffen sich die schönen Pärchen?
Sie trauen sich nicht vor die Tür
Sehen und gesehen werden
Davor haben sie vielleicht Angst?
Ich sehe nur dick und hässlich
Sie tragen schwer
Wo steckt Helena und Hektor?
Sie haben eine wuchtige Last zu tragen.
Anstatt mich zu beglücken, mich zu entzücken
Haben sie Angst mich zu ruinieren, mich zu malträtieren.
Ich danke euch, bleibt zu Haus.
Der Schrecken bleibt aus
Die Erinnerung braucht sich nicht zu verkriechen
Sie bleibt unvergleichbar,
Dankbar, Dankbar bin ich, und der Reiz bleibt aus!
Eher
Als Barfliege möchte ich mich nicht bezeichnen,
Eher als einen Schmetterling
Eher buntes Farbenspiel
Eher Güte und Zuversicht
Eher Palme statt Tanne
Eher robust als Ruine
Eher Sammlung als Auflösung
Eher blau als weiß
Eher Schiff als Gestrandeter
Eher Schilf als Morast
Eher Ufer als Sumpf
Eher Ich anstatt Wer!
